Grund- und Hauptschule feierte 50-jähriges Landesjubiläum
Baden-Württemberg als Talentschmiede und vieles mehr
(RK) Die Klassenzimmertüren waren offen, Grundschüler durchwanderten die
Zimmer der Hauptschule, die Pausenglocke wurde ignoriert: Baden-Württemberg
feierte seinen 50. Geburtstag - und die Grund- und Hauptschule mit
Werkrealschule Lauterbach feierte kräftig mit. Getreu dem kultusministeriellen
Anliegen, das Landesjubiläum als Chance zu nutzen und die Schülerinnen und
Schüler durch die aktive Gestaltung des Tages auf Entdeckungsreise zu
schicken" - so wurden in allen Klassen Spuren gefunden, entdeckt,
ausgebreitet und sowohl gegenüber den Schülern wie auch den zahlreich
erschienenen Eltern und Großeltern präsentiert.
So führte eine Zeitleiste der neunten Klasse die Betrachter durch
Abbildungen und Fotos durch die vergangenen Jahrzehnte, ein Relief des Landes
und eine Collage aller bisherigen Ministerpräsidenten vermittelte visuell
anschaulich Ereignisse und Entwicklungen von der Nachkriegszeit bis heute. Dazu
stellten die Neuntklässler die Ergebnisse der themenorientierten
Projektprüfung vor, der zum ersten Mal durchgeführten neuen Prüfungsform.
Sechs Gruppen hatten Themen wie Pfahlbauten, Ägypten, Zweiter Weltkrieg
umfassend bearbeit und dabei nicht nur - wie dies bisher der Fall gewesen war -
ihr Wissen ausgebreitet, sondern diesmal Schlüsselqualifikationen wie
Teamfähigkeit, Kreativität, Handlungs-, Sozial- und Sachkompetenz,
Organisationsvermögen und Kritikfähigkeit eingebracht.
Die mit sehr viel Arbeitseinsatz und Intensität zu Stande gekommenen
Ergebnisse konnten genau so bestaunt werden wie die Ausstellung in der achten
Klasse: Dort waren Entstehung des Landes und seine Geschichte mittels Texten und
Bilder präsent. Baden-Württemberg, ein Land, das als Talentschmiede für Stars
aus Sport und Musik, in ganz herausragender Art immer wieder in Erscheinung
tritt: Dies wurde deutlich bei der Ausstellung der siebten Klasse: Von den
Schwarzwälder Skisprungstars bis zu den Lauterbacher Radballweltmeistern King
ließen viele auf interessante Art dargestellte Heros der jungen Generation die
Herzen höher schlagen.
Wie sieht das Landeswappen aus? Wie vielfältig ist unser Bundesland? Welches
sind unsere besonderen Sehenswürdigkeiten? Auf diese und weitere Fragen gab die
Arbeit und die Ausstellung der Klasse sechs umfassende Antworten. Einsichten in
und Aussichten auf das Land, zu dem auch die aus der Werbung bekannten "Pferdle
und Äffle" gehören: Das in Folge der zunehmenden Differenzierung und
Verbreitung des Fernsehangebots teilweise in Vergessenheit geratene schwäbische
(baden-württembergische?) Duo feierte in der fünften Klasse fröhliche und
witzige Urständ: Die Schüler entwarfen und kreierten neue Dialoge und Sketche
und legten den Beiden Worte und Ausdrücke in den Mund, über die sie vielleicht
selbst herzhaft lachen würden.
Fünfzig Jahre Baden-Württemberg: das sind auch Menschen, die in diesem Land
tätig waren und es entweder geprägt haben oder darüber hinaus als
Repräsentanten wirksam waren. Eine selbst entworfene Plakatausstellung der
Klasse 4a zeigte eine Reihe dieser "Menschen in Baden-Württemberg";
das Quiz dazu ließ die Besucher näher hinschauen und sich nach den
Werdegängen prominenter Landeskinder erkundigen. Darüber hinaus zeigte eine
Bauernhaus-Szenerie - prägt doch die durch die Landwirtschaft gepflegte
Landschaft die Schönheit und Attraktivität des Landes mit. Musikalisch ging es
in der Klasse 4b zu: Schön ausgewogen wurde sowohl das Badnerlied wie das
Württemberger Lied geschmettert, und weitere Lieder sowie Mundartgedichte und
ein Geburtstagskuchen sorgten für fröhliche Stimmung.
Weit zurück in die Vergangenheit wagte sich auch die Klasse 4c: Sagen aus
dem Land - von nah und fern - standen auf der Tagesordnung, waren schon längere
Zeit über behandelt und schließlich zu einer bemerkenswerten Broschüre
zusammengestellt worden, die es am Jubiläumstag zum Selbstkostenpreis zu
erwerben gab. "Leider ausverkauft", hieß es bald. Schade - doch ein
Nachdruck ist geplant. Alles andere als ausverkauft ist "Der Ort, in dem
wir leben". In einer umfassenden Ausstellung zeigte die Klasse 3a nahezu
alles, was es zu Lauterbach zu sagen und zu sehen gibt. Zur noch genaueren
Betrachtung und Untersuchung schickte die Klasse die Viertklässler in der
Dorfrallye zur Erkundigung ihres Heimatortes. Mit vielen Erkenntnissen aus ihrem
direkten, täglichen Umfeld zurückkamen die Rallye-Teilnehmer zurück. Den
Kontrast zwischen dem alten und dem neuen Lauterbach vermittelten ein Lerngang
und eine Fotoserie in der Klasse 3b.
Und wie das früher mal war, zeigte ganz speziell das "im alten
Stil" (wieder)hergerichtete frühere Klassenzimmer, das die Klassen eins
und zwei zu neuem Leben erweckt hatten: Alte Karten, Bänke, die Tintenfässer,
Erinnerungen bei Großeltern, Staunen bei den heutigen Schülern ... Nur noch
Erinnerungswert haben heutzutage Grenzsteine. Sie zeugen von den früheren
Grenzen, von Trennendem, auch von manchen Streitigkeiten und Problemen.
Heutzutage macht es Spaß, bei einer Grenzsteinwanderung, wie dies die Klassen
eins und zwei gemacht haben, die Gegend zu erkunden - und vielleicht eine Spur
von Ahnung zu erhalten, wie dies "ganz, ganz früher" wohl einmal war.
Heute sind die Grenzsteine nichts Trennendes mehr, sondern sie werden aufgesucht
zum Erinnern, zur Spurensuche. So wie der Bindestrich im Namen des vor fünfzig
Jahren gegründeten Bundeslandes kein Trennungsstrich ist, sondern ein
verbindendes, zusammenfügendes Zeichen zu einem inzwischen zusammen gewachsenen
und stark gewordenen Land. Dieses und die Pluralität, Vielfalt, Schönheit und
Liebenswürdigkeit haben die Schüler der Lauterbacher Grund- und Hauptschule
genau so dargestellt und gefeiert.