Der Jubel war riesengroß, als die Schülerinnen und Schüler mit ihrer
Klassenlehrerin Tanja Martin das Schreiben der Bundeszentrale für politische
Bildung in Händen hielten. Denn als die Wettbewerbsarbeit im Dezember
eingereicht wurde, rechnete wohl niemand ernsthaft mit einem Preis. Umso mehr
freuten sich die Achtklässler nun über die Nachricht, dass eine 40-köpfige
Jury, bestehend aus Fachlehrern und Vertretern der Kultusministerien ,
ausgerechnet ihre Einsendung mit einem Geldpreis über 500 Euro prämiert hat.
Die Klasse entschied sich im Sommer unter sieben Themen für die
Wettbewerbsaufgabe „Nicht ohne mein Handy." Als Werkstück der
Klassenstufen 5-8 war eine sechsseitige Dokumentation verlangt, die
unterschiedliche Aspekte zum Thema beleuchtete. Die Klasse 8 der Grund- und
Hauptschule Lauterbach überlegte sich zunächst, wozu Jugendliche überhaupt
ein Handy brauchen. Mit Hilfe unterschiedlicher Methoden fanden die Schüler
heraus, dass die Erreichbarkeit im Notfall wichtigstes Argument für ein Handy
ist. Im Laufe der Gespräche stellten sie allerdings auch fest, dass ein Handy
eher zum SMS schreiben gebraucht wird. In einem nächsten Schritt wurde die
Schulordnung mit den entsprechenden Regeln zum Thema Handy untersucht. Rollen-
und Planspiele halfen dabei, die unterschiedlichen Positionen herauszuarbeiten.
Kritisch untersuchten die Schüler anschließend Handywerbungen aus
Zeitschriften und Prospekten. Im Endeffekt mussten alle erschrocken feststellen,
dass kaum ein Handyvertrag das hält, was in der Werbung zunächst versprochen
wurde.
Den weitaus größten Teil der Wettbewerbsarbeit nahm eine Befragung der
Klassen 6,7 und 9 ein. Die Achtklässler entwickelten selbstständig einen
Fragebogen mit rund 30 Fragen. Mit Hilfe des GrafStat Programms der
Bundeszentrale für politische Bildung wurden die rund 60 Fragebögen grafisch
in Diagramme umgesetzt und von der Klasse interpretiert und bewertet. Hierbei
kamen interessante Ergebnisse heraus. Die Schüler fanden heraus, dass die
meisten Jugendlichen im Schnitt rund 20 Euro im Monat für Handykarten ausgeben
und dass die Zahl der Handybesitzer in höheren Klassen stark ansteigt.
Damit alle Ergebnisse auf den sechs Seiten Platz fanden, überlegte sich die
Klasse, die Auswertung der Fragebögen als Abreißkalender zu gestalten. Die
Rangliste der besten Handies nach Werbung bemessen wurde als eine Art
Adventskalender zum Aufklappen gestaltet. Das Ganze wurde schließlich in einen
riesigen Handyumschlag gepackt und eingesendet.
Dass die Arbeit nun unter so vielen Einsendungen mit einem Preis versehen
wurde, freute auch Schulleiter Otto Schoch. So könne man gerade bei einer
Wettbewerbsteilnahme sehr gut Formen des Projektunterrichts erproben.
Klassenlehrerin Tanja Martin zeigte sich sehr stolz über ihre Klasse. „Die
Schülerinnen und Schüler haben wirklich hart für das Werkstück
gearbeitet," so die Lehrerin. „Dabei hatten wir alle auch unglaublich
viel Spaß." Runde vier Wochen intensive Projektarbeit waren nötig, um das
Thema facettenreich darzustellen. Die 500 Euro fließen nun in die Klassenkasse
und werden im kommenden Schuljahr für eine gemeinsame Abschlussfahrt verwendet.
Demnächst werden die Gewinner auch auf der Homepage der Bundeszentrale für
politische Bildung www. Schueler-wettbewerb.de veröffentlicht.