3. Hauptpreis für die Klasse 8
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Preiswürdig beim politischen Wettbewerb: Nicht ohne mein Handy!

Lauterbach (ama)." Das gibt’s doch gar nicht" oder „das ist doch bestimmt ein schlechter Witz." Solch spontane Reaktionen gab es dieser Tage bei der Klasse 8 der Grund- und Hauptschule Lauterbach. Der Grund für das ungläubige Staunen war eine Gewinnbenachrichtigung der Bundeszentrale für politische Bildung. Diese prämierte unter 2732 Einsendungen von knapp 60 000 Jugendlichen eine Wettbewerbsarbeit der Achtklässler zum Thema „Nicht ohne mein Handy" mit einem dritten Hauptpreis und 500 Euro für die Klassenkasse.

Der Jubel war riesengroß, als die Schülerinnen und Schüler mit ihrer Klassenlehrerin Tanja Martin das Schreiben der Bundeszentrale für politische Bildung in Händen hielten. Denn als die Wettbewerbsarbeit im Dezember eingereicht wurde, rechnete wohl niemand ernsthaft mit einem Preis. Umso mehr freuten sich die Achtklässler nun über die Nachricht, dass eine 40-köpfige Jury, bestehend aus Fachlehrern und Vertretern der Kultusministerien , ausgerechnet ihre Einsendung mit einem Geldpreis über 500 Euro prämiert hat.

Die Klasse entschied sich im Sommer unter sieben Themen für die Wettbewerbsaufgabe „Nicht ohne mein Handy." Als Werkstück der Klassenstufen 5-8 war eine sechsseitige Dokumentation verlangt, die unterschiedliche Aspekte zum Thema beleuchtete. Die Klasse 8 der Grund- und Hauptschule Lauterbach überlegte sich zunächst, wozu Jugendliche überhaupt ein Handy brauchen. Mit Hilfe unterschiedlicher Methoden fanden die Schüler heraus, dass die Erreichbarkeit im Notfall wichtigstes Argument für ein Handy ist. Im Laufe der Gespräche stellten sie allerdings auch fest, dass ein Handy eher zum SMS schreiben gebraucht wird. In einem nächsten Schritt wurde die Schulordnung mit den entsprechenden Regeln zum Thema Handy untersucht. Rollen- und Planspiele halfen dabei, die unterschiedlichen Positionen herauszuarbeiten.

Kritisch untersuchten die Schüler anschließend Handywerbungen aus Zeitschriften und Prospekten. Im Endeffekt mussten alle erschrocken feststellen, dass kaum ein Handyvertrag das hält, was in der Werbung zunächst versprochen wurde.

Den weitaus größten Teil der Wettbewerbsarbeit nahm eine Befragung der Klassen 6,7 und 9 ein. Die Achtklässler entwickelten selbstständig einen Fragebogen mit rund 30 Fragen. Mit Hilfe des GrafStat Programms der Bundeszentrale für politische Bildung wurden die rund 60 Fragebögen grafisch in Diagramme umgesetzt und von der Klasse interpretiert und bewertet. Hierbei kamen interessante Ergebnisse heraus. Die Schüler fanden heraus, dass die meisten Jugendlichen im Schnitt rund 20 Euro im Monat für Handykarten ausgeben und dass die Zahl der Handybesitzer in höheren Klassen stark ansteigt.

Damit alle Ergebnisse auf den sechs Seiten Platz fanden, überlegte sich die Klasse, die Auswertung der Fragebögen als Abreißkalender zu gestalten. Die Rangliste der besten Handies nach Werbung bemessen wurde als eine Art Adventskalender zum Aufklappen gestaltet. Das Ganze wurde schließlich in einen riesigen Handyumschlag gepackt und eingesendet.

Dass die Arbeit nun unter so vielen Einsendungen mit einem Preis versehen wurde, freute auch Schulleiter Otto Schoch. So könne man gerade bei einer Wettbewerbsteilnahme sehr gut Formen des Projektunterrichts erproben.

Klassenlehrerin Tanja Martin zeigte sich sehr stolz über ihre Klasse. „Die Schülerinnen und Schüler haben wirklich hart für das Werkstück gearbeitet," so die Lehrerin. „Dabei hatten wir alle auch unglaublich viel Spaß." Runde vier Wochen intensive Projektarbeit waren nötig, um das Thema facettenreich darzustellen. Die 500 Euro fließen nun in die Klassenkasse und werden im kommenden Schuljahr für eine gemeinsame Abschlussfahrt verwendet.

Demnächst werden die Gewinner auch auf der Homepage der Bundeszentrale für politische Bildung www. Schueler-wettbewerb.de veröffentlicht.